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2020/04/13 – Jahreshauptversammlung des BNV

Die Jahreshauptversammlung des Bürger- und Nachbarschaftshilfevereins vom 03. März 2020 umfasste zwei Satzungsänderungen

Offene Gärten, Dienstags-Café, Apfelfest und natürlich die stetige Unterstützung und Förderung der Ortsgemeinde. Der Bürger- und Nachbarschaftshilfeverein ist aus dem Dorfleben in Bitzen und Dünebusch nicht mehr wegzudenken. Wie schnell man sich an alles gewöhnt wird einem bewusst, wenn man bemerkt, dass es den Bürgerverein mittlerweile schon seit 10 Jahren auf dem Berg gibt. Gern erinnert man sich an die Zeit zurück, als die Grundsteine für den Verein gelegt wurden. Damals, das heißt im Jahre 2009, meldete sich die Ortsgemeinde für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ an. Arbeitskreise entstanden, Jung und Alt entwickelten Ideen, welche das Dorf attraktiv und zukunftsgewappnet gestalten sollten. Aus dieser Gemeinschaft, dieser Energie heraus wurde auch der Bürger- und Nachbarschaftshilfeverein geboren. Noch heute geben die aktiven Mitglieder bei den Vereinsveranstaltungen und Organisationen immer ihr Bestes. Ein Engagement, welches für viele nicht mehr wegzudenken ist und welchem gerade deshalb ein besonders Lob gebührt.

Der 1. Vorsitzende Klaus Gerhards eröffnete die Jahreshauptversammlung mit einer Erinnerung an die Gründungsveranstaltung vom 2. Dezember 2010. Der Verein umfasste damals 76 Gründungsmitglieder. Der Bericht des Geschäftsführers Bernd Rötzel ließ vernehmen, dass die Mitgliederzahl seit der Gründung um 152 Personen auf nunmehr 228 gestiegen ist. Ebenso formulierte Rötzel den Wunsch nach aktiven jüngeren Kolleginnen und Kollegen überaus einladend: „Wer Ideen hat kann sich jederzeit melden. Grenzen sind hier nicht gesetzt.“ Abschließend gab der Geschäftsführerbericht noch einen Rückblick auf die vergangenen Veranstaltungen und einen Ausblick auf die kommenden. Im Fokus hier stehen natürlich wieder, wie gewohnt, die Offenen Gärten. Der erste Offene Garten fand übrigens am 29. Mai 2011 in Dünebusch statt. Erfreulicherweise erklärten sich spontan zwei Mitglieder bereit, jeweils einen Offenen Garten 2021 anzubieten. Eine beliebte Veranstaltung, die auch wieder stattfinden wird, ist das „Brotbacken im Backes“. Weitere Informationen zu einem genauen Datum, sowie zu Bestellmöglichkeiten werden noch bekannt gegeben. Bernd Rötzel verwies weiterhin auf die vielen Arbeitseinsätze im Dorf, welche der Bürgerverein finanziell unterstützt. Nicht zuletzt kann hier sicherlich der Spielplatz in Dünebusch genannt werden, der Dank der Arbeitseinsätze der „Kümmerer“ und der Unterstützung des Bürgervereines ein neues „Wasserwerk“ sein Eigen nennen darf.

Wie bei jeder Jahreshauptversammlung darf natürlich auch der Kassenbericht nicht fehlen. Dieser wurde vom ersten Kassierer Dieter Kamin in Form einer PowerPoint-Präsentation vorgestellt. Er berichtet von einem „sparsamen Jahr 2019“ und einer konstant gesunden Finanzlage des Vereines. Die Kasse wurde vorher ordnungsgemäß von den Kassenprüferinnen Daniela Bingel und Martina Röttgen geprüft, welche daraufhin um Entlastung des Vorstandes baten, der wiederum stattgegeben wurde.

Nachfolgend stand die Änderung der Vereinssatzung auf der Tagesordnung.

Der erste Punkt der Satzungsänderung betrifft die Wahl und Zusammensetzung des Vorstandes. Die Vereinsatzung wurde dahingehend geändert, dass zukünftig die Anzahl und Aufgaben der Vorstandsmitglieder problemlos an die aktuellen Erfordernisse und Möglichkeiten angepasst werden kann. Der Vorstand besteht aus mindestens 2 und höchstens 8 Mitgliedern, von denen jeweils 2 vertretungsberechtigt sind. Über die Zahl der Vorstandsmitglieder entscheidet die Mitgliederversammlung bei der Bestellung des Vorstands. Die Aufgaben und Ämter der einzelnen Vorstandsmitglieder sind zukünftig nicht schon bei der Wahl des Vorstandes festgelegt.Über die interne Aufgabenverteilung entscheidet der Vorstand in seiner konstituierenden Sitzung und dokumentiert dies in der Geschäftsordnung.

Der zweite Punkt der Satzungsänderung betrifft das Thema Datenschutz. Bereits im letzten Jahr wurde ein sogenanntes Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten erstellt. Entsprechend mit Daten vertraute Personen wurden zum Umgang mit den Daten fachgerecht unterrichtet und verpflichtet. Die entsprechenden Nachweise können gerne beim Verein eingesehen werden. Neu ist nun die Verankerung der Datenschutzbestimmungen in der Vereinssatzung. Nunmehr sind alle Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung erfüllt. Die Satzungsänderungen wurden einstimmig von allen anwesenden Mitgliedern angenommen.

Soeben beschlossen und sofort umgesetzt wurde der Satzungsteil, welcher die Neuwahlen des Vorstandes umfasst. Der Wahlvorgang richtete sich dementsprechend direkt nach der neuen Regelung. Zunächst einmal konnte sich ein jeder der anwesenden Mitglieder melden und Interesse an der Mitarbeit im Vorstand bekunden. Da die maximale Anzahl von 8 Interessenten nicht überschritten wurde, konnte die Wahl des neuen Vorstandes öffentlich erfolgen. Diese wiederum erfolgte einstimmig.

Der Vorstand setzt sich zukünftig zusammen aus (alphabetische Reihenfolge): Bärbel Bargon, Jutta Bewer, Ingeborg Emmerich, Klaus Gerhards, Dieter Kamin, Bernd Rötzel und Melanie Rötzel. Die interne Aufgabenverteilung erfolgt in der ersten konstituierenden Sitzung des BNV.

Klaus Gerhards eröffnete dem Ende der Veranstaltung entgegenblickend noch ein Highlight, welches zum 10-jährigen Bestehen stattfinden soll – Eine Busfahrt soll im Angebot des diesjährigen Programms stehen.

Die Veranstaltung war durchgehend angenehm gestaltet und gut organisiert. Dies spiegelte sich auch in den anschließenden Gesprächen wider, die bei dem gemütlichen Ausklang im Bergtreff stattfanden.

Nachtrag:

Aufgrund der Kontaktsperre wegen Corona können zurzeit die 14-tägigen Dienstagstreffen nicht stattfinden. Offene Gärten werden verschoben oder sogar ausfallen müssen. Die geplante Busfahrt wird sich sicher auch auf unbestimmte Zeit verschieben.

2020/03/29 – Geschichten aus Bitzen

Bitzen in Zeiten ohne Klopapier

Auszug aus „Geschichten aus Bitzen“

Fast alle Häuser hatten eine kleine Landwirtschaft. Es wurden Hühner, Schweine, Schafe, Ziegen, vielleicht sogar Kühe gehalten. Manchmal waren es nur Hühner, manchmal auch Schweine oder Ziegen dazu, manchmal Kühe. Für Kühe aber musste man schon etwas mehr Land besitzen, so dass man die Kühe zum Grasen auf die Wiesen treiben konnte und für den Winter Heu ernten. Weil alles Vieh Mist macht, braucht man in jedem Hof eine „Miste“. Praktischerweise lag sie direkt am Stall. Hier wurden die Schubkarren mit der Stroh-Mist-Mischungen abgeladen. Alles Flüssige daraus konnte absickern in die Bröhkoul. Das Ergebnis daraus war eine gut vergorene braungrüne Flüssigkeit, die im Frühjahr als Flüssigdünger auf die Felder aufgebracht wurde. Direkt an der Miste war auch das Klo für die Menschen. Das nannte man damals „Abtritt“.

An all das konnte mich gut erinnern. An das etwas raue Holz und das runde Loch und an den großen gebogenen Nagel, auf dem das Klopapier aufgespießt war. Ich hatte nämlich meinem OpaHeinrich schon einmal geholfen, Klopapier zu rimmeln. Wenn OpaHeinrich die Rheinzeitung gelesen hatte, riss er alle Seiten in vier gleich große Teile.
Um den Bobbes damit abzuputzen, war das Papier zu glatt, so erklärte mir OpaHeinrich. Man musste es, wie beim Sockenwaschen zwischen den Handballen von linker und rechter Hand hin und her reiben. Opa zeigte mir, wie man das macht, ohne das Papier zu zerreißen. So wurde die Oberfläche stumpf und weich. Opa machte dann ein Loch in eine Ecke und fädelte die geknautschten Papierstücke auf einen zum Hacken gebogenen großen Nagel.
Wie alle Abtritte war auch unserer mannshoch. Vorne war eine Tür. Unsere war ohne Guckloch in Augenhöhe. Durch die hätte man sehen können, ob da schon jemand drin saß. Unsere Tür hatte einen Riegel zum Verschließen. Für mich war das sowieso egal. Ich war zu klein, sowohl, um durchzusehen als auch zu verriegeln. Wenn ich es auf das Brett geschafft hatte, brauchte ich alle meine Konzentration, um über dem großen Loch zu balancieren. Wäre ich erwachsen gewesen, hätte ich mich einfach mit beiden abgewinkelten Beinen auf dem Boden stabilisieren können – meine Beine baumelten in der Luft. Mit beiden Händen hielt ich mich an der Bretterkante fest, um nicht nach hinten in das Loch und – so stellte ich mir vor – in die dunkle Brühe zu fallen, die man weniger sehen als riechen konnte.
Zum Glück war das Sitzbrett durch eine weitere senkrechte Bretterwand abgestützt. Das war ganz praktisch. Es verhinderte, dass die Waden bespritzt würden, wenn „das Geschäft“ mit Verzögerung und einem lauten Platsch in die Bröhkoul fiel.
Wenn ich dann nach rechts zum gekrümmten Nagel reichen wollte, um die gerimmelte Rheinzeitung abzureißen, wurde es echt schwierig. Ich musste mich nach vorne beugen, hatte nur noch eine Hand um mich festzuhalten.
Jetzt runter hüpfen, die Unterhose hoch ziehen, fertig!

Anmerkung der Verfasserin:
Ausgelesene Zeitung als Klopapier benutzen ist nur gut, wenn man auf ein Plumsklo geht. Unsere innhäusigen Toiletten mit Wasserspülung würden verstopfen.

Bild und Text: Sigrid Vollstedt